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AUSGEWÄHLTE ORGANISATIONEN UND STUDIEN


Netzwerkstrukturen und Forschungsaktivitäten


Aufgrund der kleinteiligen Unternehmensstruktur nehmen Netz-
werke, Verbände etc. eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Standortes Thüringen ein, da häufig das Kapital für Investitionen,
z. B. für Forschungsaktivitäten, fehlt und die Unternehmen auf funktionierende Kooperationsstrukturen angewiesen sind. Generell sind die Vernetzungsstrukturen im Bereich Green Tech in Thüringen relativ jung, d. h. der Großteil wurde in den letzten 10 Jahren etabliert.

Es hat sich gezeigt, dass eine leitmarktübergreifende, sinnvolle Vernetzung der Schlüssel zum Erfolg werden kann, da so die Stärken des Leitmarkts Kreislaufwirtschaft auf andere Bereiche wie Rohstoff- und Materialeffizienz übertragen werden können. Insbesondere im Leitmarkt Energieeffizienz bestehen Netzwerkstrukturen, die Wissenschaft und Wirtschaft miteinander verbinden. Dies ist u.a. auf die weitgefächerten Umsetzungs- und Anwendungsmöglichkeiten der Technologielinien dieses Leitmarktes zurückzuführen. Aber auch in den Leitmärkten Rohstoff-, Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft bestehen bereits Initiativen, um die Branchen aus Thüringen heraus zu entwickeln.

Die Forschungslandschaft des Bundeslandes Thüringen im Bereich Green Tech ist geprägt von zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die sich zum Teil sehr anwendungsorientiert und wirtschaftsnah präsentieren. Unter den neun staatlichen Hochschulen sollten hier vor allem die Technische Universität Ilmenau, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Bauhaus-Universität Weimar und die Fachhochschulen Erfurt, Jena, Schmalkalden und Nordhausen genannt werden. Unter den außeruniversitären Forschungseinrichtungen finden sich einige Institute der Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft sowie der Leibniz-Gemeinschaft. Des Weiteren gibt es diverse lokale Forschungsinstitute und Unternehmen, die ihren Teil zum Wissenschaftsstandort Thüringen beitragen.

Die Forschung bietet allgemein ein sehr breites Spektrum an Themen, wobei sich dennoch einige deutliche Schwerpunkte erkennen lassen. Unabhängig vom Leitmarkt spielt das Feld der Umwelt- und Klimaüberwachung eine wesentliche Rolle, da nur auf Basis hochwertiger Analysen festgestellt werden kann, welche Themen den Bereich der sauberen Technologien in Zukunft dominieren werden. Auf diesem Gebiet kann Thüringen auf mehrere Akteure zurückgreifen. Wesentliches Merkmal ist, dass der Leitmarkt "Umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung", der im Rahmen dieser Potentialstudie nicht untersucht wird, in der Thüringer Forschungslandschaft eine wesentliche Rolle spielt, wobei dort vor allem die Solarbranche zu nennen ist. Diese profitiert hier deutlich aus einer starken Forschung in den weiteren Leitmärkten, wie der Rohstoff- und Materialeffizienz. Viele Entwicklungen dort könnten auf Dauer eine direkte Anwendung im Themenfeld der Erneuerbaren Energien und insbesondere in der Photovoltaik finden.

Das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) an der TU Ilmenau begleitet und unterstützt durch eine industriegetriebene Forschung den Wandel hin zur nachhaltigen Mobilität. In enger Partnerschaft von Industrie und Wissenschaft wird im "Thüringer Innovationszentrum Mobilität" die gesamte Innovationskette von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis hin zu wissenschaftlichen Dienstleistungen abgedeckt. Stellvertretend für weitere Forschungseinrichtungen können hier das Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk und das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS Hermsdorf genannt werden.


Ausgewählte Projekte im Bereich Cleantech:


Preisträger (Thüringer EnergieEffizienzpreis 2014) KTB Transformatorenbau GmbH 

Projektbeschreibung:

Um die Energieeffizienzmaßnahmen nachhaltig zu gestalten, wurde im Unternehmen eine Energie-Monitoring-Softwarelösung installiert. Der Energiebedarf wird damit permanent überwacht und wird täglich, mittel- und langfristig analysiert. Ausgehend davon wurden konkrete energie- und kostensparende Energieeffizienzmaßnahmen erarbeitet und die Produktionsprozesse und Verfahren im Unternehmen optimiert.

Stiftung Leuchtenburg:

Inhalt des Projektes war die Errichtung einer Biomassefeuerungsanlage mit Pellets. Es wurden die sieben Burgbereiche an das Nahwärmenetz der Technikzentrale angebunden. Beim Neubau des Besucherzentrums kam Brettschichtholz zum Einsatz, da dieses besondere klimatische Wirkungen und Dämmeigenschaften aufweist. Damit kann der Heizbedarf im Winter sehr gering gehalten werden. Dieses Wärmedämmverbundsystem wurde als äußere Isolierung bei allen drei Neubauten eingesetzt. Weiterhin erfolgte der Einsatz einer inneren Dämmung bei der Sanierung der Altbauten und der Austausch der historischen und teils stark durchlässigen Fenster im Torhaus. Bei der Ausrüstung der Ausstellungen wurden LED- und Niedrigenergie-Lampen eingesetzt.